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Historie

Runde 1, 1980 bis 1982

Als im Dezember 1980 das erste Heft des „KARUSSELL – Wuppertaler Hefte für Literatur“ erschien, war es sogleich eine Ausnahme. Die Herausgabe und Redaktion lag in den Händen des Journalisten und Dozenten Jörg Aufenanger und der Schriftstellerin Jo Micovich (1926–2008), die im Oktober 1979 die „Literatur-Werkstatt“ an der Volkshochschule Wuppertal in Elberfeld gegründet hatte. Viele der Interessenten für jenes neue Projekt fanden durch eine Ausschreibung des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS), Gruppe Wuppertal / Bergisch Land zum Thema „Alltag“ zusammen. Auf die literarische Monatsschrift Karussell, die vom Juli 1946 bis zum Juni 1948 in Kassel erschien, wurde nicht Bezug genommen; das Editorial der ersten Nummer begann sogleich mit dem Zitat, das auch die heutige Zeitschrift noch durch Zeit und Raum begleitet: Die Dichterin Else Lasker-Schüler schrieb in ihrem Drama „Die Wupper“: „Am schwärzesten Fluss der Welt lernt man erkennen, welche Menschen leuchten. Das Gedudle des Karussells ist wie Engelsmusik.“
Was das erste Heft des KARUSSELL nun von den nachfolgenden unterschied: Es war ein Jahresbericht jener Literatur-Werkstatt, der die Fragen, ob und wie man das literarische Schreiben lernen könne, zwar exemplarisch unbeantwortet ließ, aber markant umschrieb. Produziert wurde das Heft vom Mainzer na und autorenverlag.

Im Februar 1980 erschien das zweite Heft; die Redaktion bestand aus Jo Micovich, Jörg Aufenanger, Michael Bugdahn, Brigitte Fischer, Inge Rüdiger und Friederike Zelesko. Die Ausgabe vereinte Texte klassischer Wuppertaler AutorInnen (Lasker-Schüler, Pörtner, Zech und Schnell) mit frischer, aktueller Lyrik und Prosa hiesiger Schreibenden. Heft Nr. 3 erschien als Sonderausgabe im Dezember 1980 zum oben genannten VS-Wettbewerb mit dem Thema „Alltag“, zu dem 267 Manuskripte aus der Region eingetroffen waren. Die erst als Buch geplante Publikation geriet in Geldnot, weshalb man das Karussell benutzte. 1982 erschien dann noch ein „normales“ Heft mit drei Schwerpunkten, einer davon „Literatur gegen den Krieg“, ein anderer setzt den Fokus auf den in jener Zeit in Wuppertal lebenden Theaterautor Stefan Schütz. Die Redaktion lag bei Jörg Aufenanger, Barbara Commandeur, Dorothea Müller, Günther Opitz und Gerti Rauhaus.

Runde 2, 2012 bis 2014

Der Verband deutscher Schriftsteller (VS) – Bezirk Bergisch Land und die Autorengemeinschaft Literatur im Tal fanden in diesem ersten Projekt die geeignete Vorlage für eine Publikation, die im Jahr 2012 ein neues Festival begleiten sollte: In der Nachfolge der „Wuppertaler Literaturtage“, die ihre Wurzeln im „Wuppertaler Literaturmarkt“ 1984 in der Elberfelder VHS hatten, wurde die 1. „Wuppertaler Literatur Biennale“ zum Thema „Freiheit“ geplant. Das neue KARUSSELL, nun bereits als „Bergische Zeitschrift für Literatur“ in Buchform vom Verlag HP Nacke produziert, erwies sich als das geeignete Begleitmedium zum Fest. Die Redaktion lag bei Friederike Zelesko, Dorothea Müller und Roswitha Erdmann. Das Heft brachte aktuelle Prosa und Lyrik vor allem Wuppertaler Autor*innen, eingeleitet von dem Gedicht „Der Dichter und sein Schatten“ und dem Text „Brot! Friede! Freiheit!“ des in Wuppertal geborenen Schriftstellers Armin T. Wegner. Im Folgejahr erschien die Ausgabe 2, unter der Redaktion von Sibyl Quinke, Dorothea Renckhoff, Marianne Ullmann und Friederike Zelesko. 2014 wurde von derselben Redaktion zur „2. Wuppertaler Literatur Biennale“ die dritte Ausgabe mit dem Fokus „Unterwegs nach Europa“ vorgelegt. Danach wurde der Verlag HP Nacke aus Ruhestandsgründen geschlossen und das Projekt drohte zu ruhen.

Runde 3, 2016 bis heute

Bereits zur dritten Literatur Biennale im Jahr 2016 – mit dem Thema „Utopie Heimat“ – wurde jedoch das Folgeprojekt initiiert, mit einem neuen Konzept, neuem Verlag und neuer Redaktion. Dennoch wurde mit der Ausgabe 4 weitergezählt, da der Motor noch fast derselbe war: Herausgeber ist seither das Literaturhaus Wuppertal e. V. in Zusammenarbeit mit dem Verband deutscher Schriftsteller (VS) – Bezirk Bergisches Land und der Autorengemeinschaft „Literatur im Tal“. Herstellung und Vertrieb übernahm mutig der Bergische Verlag in Remscheid. Die Redaktion besorgten Dieter Jandt, Torsten Krug und Andreas Steffens. Erstmals lud die Redaktion Autor*innen aus dem gesamten Sprachraum ein, Texte einzusenden. Neu im Heft war nun auch die bildende Kunst, in jeder Ausgabe auf Werke eines Künstlers bzw. einer Künstlerin konzentriert. Auch wurden nun die Siegertexte des Biennale-Wettbewerbs abgedruckt. Das KARUSSELL hatte seine aktuelle Form gefunden, in der es sich noch heute mit gehörigem Gedudle weiterdreht: stets am Puls der Zeit, mit immer wieder zu wenig Plätzen für die vielen Wartenden. Ab und zu wird ein Pferdchen neu lackiert oder gar ausgetauscht; mit der Ausgabe 11 mussten Torsten Krug und Oliver Buchta aus Zeitgründen aussteigen, seit Nr. 9 ist MC Graeff dabei und mit der Nr. 12 sitzt Thorsten Krämer in der Redaktion. Und dann und wann ein weißer Elefant …